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In den 70'er Jahren wurden im Spreewald viele alte Streuobstgehölze gerodet. Sie waren im Wege und es gab ja das Obst im Laden zu kaufen. Dass aber gleichzeitig der einzige Lebensraum einer kleinen Eule, dem Steinkauz, damit unwiederbringlich zerstört wurde, merkte kaum jemand. Aber auch andere Tiere, wie seltene Käfer z.B., verloren ihr zu Hause.
Deshalb entschloss sich das Biosphärenreservat Spreewald 1992 diesen spreewaldtypischen Lebens-raum wieder zum Leben zu erwecken. Mit dem Streuobstprogramm sollten wieder alte Hochstamm-sorten das Landschaftsbild bereichern. Dabei wurde besonders Wert auf die alt bekannten Sorten gelegt. 1998 übernahm der Arznei- und Gewürzpflanzen-garten Burg e.V. für das Biosphärenreservat Spree-wald das Streuobstprogramm. Seither finden jährlich ca. 500 bis 800 alte Hochstammsorten ihren Absatz. 16.000 Obstbäume haben seit 1992 auf diesem Wege wieder in der Spreewaldregion Einzug gehalten.
Die Nachfrage nach den begehrten alten Hochstammsorten ist weiterhin sehr hoch. Eigenes Obst, meist biologisch angebaut, ist eben qualitativ doch besser als Obst, dass irgendwo in Asien, Amerika oder Afrika mit viel Dünger- und Pestizideinsatz angebaut und per Flugzeug nach Europa transportiert wird.
Für den einzelnen Bürger ist es jedoch sehr schwierig, diese alten Sorten in einer guten Qualität zu beschaf-fen. Deshalb hat sich der Arznei- und Gewürz-pflanzengarten Burg e.V. bereit erklärt, jährlich eine Sammelbestellung für den Herbst für alle Interes-senten durchzuführen. Das hat den Vorteil, dass der einzelne Besteller einen ausgefüllten Antrag bis Ende August eines Jahres beim Verein abgibt und Ende Oktober ganz bequem seine Bäume im Kräutergarten abholen kann. Lästiges Organisieren, Rumtelefonieren und weites Umherfahren entfallen so. Wer also Streuobstbäume auf seinem Grund und Boden pflanzen möchte füllt einen Antrag vollständig aus und kann dann im Herbst, nach telefonischer Benachrichtigung meist Ende Oktober, gegen einen Selbstkostenpreis diese Bäume in Burg entgegennehmen.
Der Arznei- und Gewürzpflanzengarten Burg e.V. unterstützt somit die Eigeninitiativen der Menschen für das Pflanzen von Streuobstwiesen und –alleen und damit auch die Schaffung von Lebensräumen für viele Tier- und Pflanzenarten. Auch für die Vermarktung des anfallenden Obstes ist gesorgt. So hat die Mosterei Jank in Burg z.B. seit vielen Jahren eine konventionelle Aufbereitung des Obstes zu Saft im Angebot und seit Ende 2008 sogar eine Verarbeitungsstrecke für Biosäfte. Somit ist ein regionaler Kreislauf für den Anbau und die Verarbeitung von gesundem Obst im Spreewald gegeben.
Kontaktadresse: Arznei- und Gewürzpflanzengarten Burg Byhleguhrer Straße 17 · 03096 Burg / Spreewald Tel: 035603 69124 · Fax: 035603 69122
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